Bierzelt-Boxen: Schweiß und krachende Fäuste zur Maß

NÜRNBERG - Früher gehörten Boxkämpfe in den Bierzelten zu jeder Kirchweih in Schweinau und Stein. Diese Tradition schien eingeschlafen, am Wochenende hat der ASC Nürnberg Süd seine Boxer zum vierten Mal im Festzelt Papert in den Ring geschickt.

Harald Retzer ist im Stress. Der Mann, den alle nur "Harry" nennen, ist seit 6 Uhr in seinem roten Trainingsanzug unterwegs. Er hat den neuen Ring, den die Stadt mitfinanziert hat, in aller Früh aufgebaut, spricht mit seinen Sportlern, mit gegnerischen Trainern, mit Zuschauern. Genießen, sagt Harald Retzer, kann er den Tag erst, wenn seine Boxer in den Ring steigen. Arbeiten muss er dann zwar immer noch, "aber das ist dann ein angenehmer Stress, weil ich meinen Job ausüben kann", sagt er.

Früher war Harald Retzer selbst ein passionierter Boxer, hat mehrfach Bayerische Meisterschaften gewonnen – und in Schweinau im Bierzelt geboxt. "Das Kärwaboxen ist einfach eine Tradition in Nürnberg", sagt er.

Eine, die inzwischen merklich Staub angesetzt hat, die aber Retzer und seine Freunde vom ASC wiederbelebt haben. Statt in Stein und Schweinau fliegen inzwischen auf dem Volksfest die Fäuste, früher im Rockzelt, am Wochenende zum vierten Mal im Festzelt Papert.

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Quelle: Nürnberger Nachrichten